Unter den Betrieben, die Solaranlagen errichten, ist die Insolvenzquote fast dreimal so hoch wie in der übrigen Wirtschaft. In den zwölf Monaten von Juli 2025 bis Juni 2026 meldeten 25,4 ‰ dieser Gesellschaften Insolvenz an, im Gesamtbestand waren es 8,6 ‰. Das zeigt eine Auswertung von hdhgroup Research zu 23.273 Kapitalgesellschaften mit Solar-, Wind- oder Biogasbezug.
Der Bereinigung ging ein beispielloser Gründungsboom voraus. Steigende Strompreise nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine, die Befreiung kleiner Anlagen von Einkommen- und Umsatzsteuer zum Jahresbeginn 2023 und die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ließen die Zahl neuer Solargesellschaften von 705 im Jahr 2021 auf 1.910 im Jahr 2023 steigen. Seither ist die Nachfrage nach Dachanlagen zurückgegangen. Die Zahl der Insolvenzen von Solargesellschaften stieg von 27 im Jahr 2023 auf 170 im Jahr 2025.
Montage und Handel unter Druck, Betreiber stabil
Die Last verteilt sich ungleich. Neben den Montagebetrieben trifft es den Solarhandel mit einer Quote von 21,2 ‰; viele Händler hatten Module zu hohen Preisen eingekauft, die seither stark gefallen sind. Die Betreiber von Solaranlagen, deren Erlöse über zwanzig Jahre vergütet werden, kommen auf 5,3 ‰. Wind- und Biogasgesellschaften liegen mit 4,2 ‰ und 4,3 ‰ deutlich unter dem Durchschnitt.
Die Solarbetriebe des Baugewerbes sind die jüngste Gruppe der Energiewende. Sie bestehen im Median seit 4,6 Jahren, 60,3 % von ihnen wurden seit 2020 gegründet. Junge Gesellschaften mit wenig Kapital und wenigen festen Kunden sind in einem schrumpfenden Markt besonders verwundbar.
Windenergie in wenigen Händen
Ein anderes Bild zeigt die Windenergie. Hier wird jedes Vorhaben in einer eigenen Projektgesellschaft geführt. 26,7 % der 4.787 Windgesellschaften haben eine Leitung, in der mindestens eine Person fünf und mehr Windgesellschaften führt; eine einzelne Person leitet 150. Gemessen am Bestand sind Gesellschaften der Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Schleswig-Holstein am dichtesten vertreten.
Methode
Erfasst sind Kapitalgesellschaften, deren Gegenstand Photovoltaik, Windenergie oder Biogas und Biomasse nennt oder die Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugen, zum Stichtag 23. Oktober 2026. Die Insolvenzquote bezieht die Fälle von Juli 2025 bis Juni 2026 auf die Gesellschaften, die vor diesem Zeitraum gegründet wurden.
Zum Report
Die Meldung beruht auf dem Report „Die Gesellschaften der Energiewende“ von hdhgroup Research. Er enthält alle Abbildungen und Tabellen, die Abgrenzung der Grundgesamtheit und einen Abschnitt zu Methode und Grenzen: Die Gesellschaften der Energiewende, auch als PDF.
Über hdhgroup Research. hdhgroup Research untersucht die Verfassung deutscher Kapitalgesellschaften auf der Grundlage des vollständigen eigenen Bestands von mehr als einer Million Gesellschaften. Die Ergebnisse dürfen mit Angabe der Quelle frei verwendet werden.
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