Kliniken, Medizinische Versorgungszentren und Pflegeheime sind weit häufiger in Unternehmensgruppen gebunden als die übrige Wirtschaft. 7,7 % der 24.140 Kapitalgesellschaften des Gesundheitswesens sind über einen Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag an eine Muttergesellschaft gebunden, im Gesamtbestand sind es 2,6 %. Das ergibt eine Auswertung von hdhgroup Research.
Am stärksten ist die Bindung unter den Versorgungszentren mit 16,7 %, in der stationären Pflege mit 13,8 % und unter den Krankenhäusern mit 12,0 %. Hinzu kommt die Bündelung in der Leitung: 27,2 % der Versorgungszentren werden von einer Leitung geführt, in der mindestens eine Person fünf und mehr Versorgungszentren leitet. Die ambulante Pflege bleibt dagegen mit 2,6 % vertraglich gebundener Gesellschaften eine Domäne unabhängiger Inhaber.
Zahnärztliche Versorgungszentren seit 2015
Die Versorgungszentren sind ein Geschöpf der Gesetzgebung. Seit 2004 zugelassen, erlebten sie ihren zweiten Gründungsschub, als im Jahr 2015 auch Zentren mit nur einer Fachrichtung erlaubt wurden. Vor allem die Zahnmedizin hat sich seither verändert: Entstanden vor 2015 kaum mehr als fünf zahnärztliche Versorgungszentren im Jahr, waren es im Jahr 2021 83. Heute bestehen 688 zahnärztliche Versorgungszentren als Kapitalgesellschaft.
Insolvenzen in Wellen
Jedes Segment hatte sein eigenes Krisenjahr. In der stationären Pflege stieg die Insolvenzquote von 2,9 ‰ im Jahr 2022 auf 14,0 ‰ im Jahr 2023, nachdem die Pflicht zur Entlohnung nach Tarif, steigende Energiekosten und fehlendes Personal zusammentrafen. Die ambulante Pflege folgte im Jahr 2024 mit 15,4 ‰. Unter den Krankenhäusern ist die Zahl der Fälle klein, aber sie steigt: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 14 Insolvenzen von Krankenhausgesellschaften verzeichnet, nach 6 im ersten Halbjahr 2025.
Methode
Erfasst sind Kapitalgesellschaften des Gesundheitswesens zum Stichtag 23. Oktober 2026 in sechs Segmenten: Krankenhäuser, Versorgungszentren, Praxen, stationäre und ambulante Pflege sowie Diagnostik und Therapie. Einrichtungen in kirchlicher, kommunaler oder freigemeinnütziger Trägerschaft anderer Rechtsform sind nicht enthalten.
Zum Report
Die Meldung beruht auf dem Report „Kliniken, Versorgungszentren und Pflege“ von hdhgroup Research. Er enthält alle Abbildungen und Tabellen, die Abgrenzung der Grundgesamtheit und einen Abschnitt zu Methode und Grenzen: Kliniken, Versorgungszentren und Pflege, auch als PDF.
Über hdhgroup Research. hdhgroup Research untersucht die Verfassung deutscher Kapitalgesellschaften auf der Grundlage des vollständigen eigenen Bestands von mehr als einer Million Gesellschaften. Die Ergebnisse dürfen mit Angabe der Quelle frei verwendet werden.
Presseanfragen und Auswertungen nach eigener Abgrenzung: info@hdhgroup.de, +43 664 2053061. Zur Redaktion