hdhgroup Research · Stand 23. Oktober 2026

Immobiliengesellschaften und die Zinswende

Gründungen, Strukturen und Insolvenzen im Grundstücks- und Wohnungswesen vor und nach dem Zinsanstieg von 2022

Erschienen am 27. Oktober 2026 PDF herunterladen Methode und Grenzen Zitierweise

Auf einen Blick

116.296Immobiliengesellschaften, 10,0 % des Bestands
−41 %Gründungen 2023 gegenüber 2021, in der übrigen Wirtschaft +0 %
−63 %Gründungen von Projektentwicklern und Bauträgern im selben Zeitraum
8,6 ‰Insolvenzquote der Projektentwickler 2025, nach 2,4 ‰ im Jahr 2021
  • Jede zehnte Kapitalgesellschaft in Deutschland ist eine Immobiliengesellschaft. Die größte Gruppe bilden mit 44.998 Gesellschaften jene, die eigene Immobilien vermieten und verwalten.
  • Die Zinswende von 2022 hat die Gründung von Immobiliengesellschaften stärker getroffen als jeden anderen Bereich. Von 8.844 im Jahr 2021 fielen die Gründungen auf 5.180 im Jahr 2023, unter den Projektentwicklern von 1.575 auf 579.
  • Seit 2024 erholen sich die Gründungen, ungleich verteilt. Die Vermietung eigener Bestände hat ihr früheres Niveau nahezu wieder erreicht, die Projektentwicklung liegt im Jahr 2025 mit 838 Gründungen noch 47 % unter dem Stand von 2021.
  • Die Insolvenzen der Immobiliengesellschaften haben sich vervielfacht. Im zweiten Quartal 2026 wurden 199 Fälle verzeichnet, im zweiten Quartal 2021 waren es 42.
  • Am verwundbarsten sind Projektentwickler, die fünf bis neunzehn Jahre bestehen und mit dem gesetzlichen Mindestkapital ausgestattet sind. Ihre Quote liegt um ein Mehrfaches über der älterer und besser kapitalisierter Häuser.

Fragestellung und Anlage

Über ein Jahrzehnt lang bildeten niedrige Zinsen die Grundlage des deutschen Immobilienmarkts. Kaufpreise stiegen, Projektentwickler fanden günstige Finanzierung und Käufer für ihre Wohnungen, und die Gründung einer Gesellschaft für den Erwerb oder die Entwicklung einzelner Objekte wurde zur gängigen Praxis. Im Jahr 2022 endete diese Phase abrupt. Die Bauzinsen stiegen binnen weniger Monate von rund einem Prozent auf annähernd vier Prozent, und die Europäische Zentralbank erhöhte im Juli zum ersten Mal seit 2011 ihre Leitzinsen.

Dieser Report verfolgt die Folgen dieser Wende an den Gesellschaften des Grundstücks- und Wohnungswesens. Er fragt, wie sich Gründungen und Insolvenzen in den einzelnen Segmenten entwickelt haben, welche Gesellschaften besonders verwundbar sind, wie sich die Verfassung der neu gegründeten Gesellschaften verändert hat und wie sich der Bestand regional verteilt.

Grundgesamtheit sind 116.296 Kapitalgesellschaften des Grundstücks- und Wohnungswesens im Bestand, 10,0 % aller Gesellschaften.

Bestand und Segmente

Der Bereich gliedert sich in fünf Segmente. 44.998 Gesellschaften vermieten und verwalten eigene Immobilien, 31.076 kaufen und verkaufen eigene Grundstücke, 22.806 entwickeln Bauprojekte als Projektentwickler oder Bauträger. Dienstleister für Dritte stellen die beiden kleineren Segmente: 10.700 Hausverwaltungen und 6.716 Maklergesellschaften.

Die Immobiliengesellschaften sind im Mittel jünger als der übrige Bestand, 39,9 % wurden seit 2020 gegründet. Ihre Leitung ist häufiger mehrköpfig (34,2 % gegenüber 29,3 %), und häufiger hat die gesamte Leitung das 65. Lebensjahr erreicht (12,5 % gegenüber 10,6 %). Unter den Projektentwicklern ist die jüngste Person der Leitung im Median 53 Jahre alt.

Tabelle 1Immobiliengesellschaften nach Segmenten, im Vergleich zum Gesamtbestand
SegmentGesellschaftenseit 2020 gegründetUnternehmergesellschaftLeitung aus mehreren Personengesamte Leitung ab 65
Vermietung und Verwaltung eigener Immobilien 44.998 45,9 % 7,6 % 37,5 % 11,0 %
Kauf und Verkauf eigener Immobilien 31.076 42,0 % 6,8 % 33,0 % 12,3 %
Projektentwicklung und Bauträger 22.806 29,4 % 3,5 % 35,5 % 15,5 %
Verwaltung für Dritte 10.700 33,9 % 14,1 % 27,9 % 12,5 %
Vermittlung 6.716 34,0 % 12,4 % 22,0 % 13,4 %
Gesamtbestand 1.158.810 36,7 % 12,8 % 29,3 % 10,6 %

Leitung bezogen auf Gesellschaften im Geschäftsbetrieb mit verzeichneter Leitung.

Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.

Gründungen vor und nach der Zinswende

Die Gründungen von Immobiliengesellschaften haben sich zwischen 2010 und 2021 mehr als vervierfacht, von 2.110 auf 8.844. Ihr Anteil an allen Gründungen stieg auf 13,8 % im Jahr 2021. Der Höhepunkt fiel in das erste Halbjahr 2021 mit 4.630 Gründungen; bereits im zweiten Halbjahr 2022 waren es 2.796, im ersten Halbjahr 2023 nur noch 2.525.

Abbildung 1Gründungen von Immobiliengesellschaften je Halbjahr, 2019 bis erstes Halbjahr 2026
2019
2020
4.630 2021
2022
2023
2024
2025
3.206 2026

Heute noch eingetragene Gesellschaften nach dem Datum ihrer Gründung.

Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.

Der Rückgang war in der Immobilienwirtschaft weit tiefer als in der übrigen Wirtschaft. Zwischen 2021 und 2023 sanken die Gründungen von Immobiliengesellschaften um 41 %, die übrigen Gründungen nur um 0 %. Innerhalb des Bereichs traf es jene Segmente am härtesten, deren Geschäft vom Neubau und vom Verkauf lebt.

Tabelle 2Gründungen nach Segmenten, 2019 bis 2025
Segment20192021202320252023 zu 20212025 zu 2021
Vermietung und Verwaltung eigener Immobilien 2.317 3.684 2.426 3.262 −34 % −11 %
Kauf und Verkauf eigener Immobilien 1.789 2.632 1.448 1.836 −45 % −30 %
Projektentwicklung und Bauträger 1.101 1.575 579 838 −63 % −47 %
Verwaltung für Dritte 382 557 458 596 −18 % +7 %
Vermittlung 258 396 269 352 −32 % −11 %
Alle Immobiliengesellschaften 5.847 8.844 5.180 6.884 −41 % −22 %

Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.

Die Projektentwicklung verlor zwischen 2021 und 2023 nahezu zwei Drittel ihrer Gründungen. Die Vermietung eigener Bestände ging deutlich weniger zurück und hat ihr früheres Niveau im Jahr 2025 fast wieder erreicht. Einzig die Verwaltung für Dritte wuchs gegen den Trend, auf 596 Gründungen im Jahr 2025 und 357 allein im ersten Halbjahr 2026. Wo weniger gebaut und verkauft wird, wächst der Bedarf an der Bewirtschaftung des Vorhandenen.

Abbildung 2Gründungen von Projektentwicklern und Bauträgern je Jahr, 2005 bis 2025
2005
2009
2013
2017
1.575 2021
838 2025

Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.

Auch die Verfassung der neu gegründeten Gesellschaften hat sich verschoben. Der Anteil der Unternehmergesellschaften unter den Gründungen stieg von 8,8 % im Jahr 2021 auf 12,7 % im Jahr 2025, der Anteil der Gesellschaften, die ausdrücklich eigenen Grundbesitz verwalten, von 7,6 % auf 8,2 %. Nach der Wende werden Immobiliengesellschaften seltener für Entwicklung und Handel gegründet und häufiger für das Halten von Vermögen, oft mit geringerem Kapitaleinsatz.

Insolvenzen

Mit einer Verzögerung von rund einem Jahr folgte dem Einbruch der Gründungen der Anstieg der Insolvenzen. Im Jahr 2021 lag die Quote der Immobiliengesellschaften bei 1,6 ‰, im Jahr 2024 bei 5,7 ‰ und im Jahr 2025 bei 5,5 ‰. Sie hat sich damit mehr als verdreifacht. Die Zahl der Fälle je Quartal stieg von 42 im zweiten Quartal 2021 auf 199 im zweiten Quartal 2026.

Abbildung 3Insolvenzen von Immobiliengesellschaften je Quartal, 2019 bis zweites Quartal 2026
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
199

Jüngster Insolvenzvermerk der heute eingetragenen Gesellschaften.

Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.

Im Vergleich mit der übrigen Wirtschaft liegt die Quote der Immobiliengesellschaften weiterhin niedriger; im Jahr 2025 betrug sie im Gesamtbestand 7,7 ‰. Vermietungsgesellschaften mit eigenem Bestand sind ausgesprochen insolvenzarm, weil Mieteinnahmen auch bei steigenden Zinsen fließen. Die Projektentwicklung dagegen erreichte im Jahr 2025 8,6 ‰, mehr als das 3,6-Fache des Wertes von 2021, und der Handel mit eigenen Grundstücken 6,4 ‰. Beide Segmente müssen Grundstücke und Bauleistungen vorfinanzieren und sind auf Käufer angewiesen, die bei höheren Zinsen ausblieben.

Tabelle 3Insolvenzquote je tausend Gesellschaften nach Segment und Jahr
Segment2019202020212022202320242025
Vermietung und Verwaltung eigener Immobilien 0,7 0,9 0,5 1,5 1,7 4,0 3,2
Kauf und Verkauf eigener Immobilien 1,7 1,8 2,4 2,0 3,6 6,3 6,4
Projektentwicklung und Bauträger 2,0 2,1 2,4 3,1 6,0 8,1 8,6
Verwaltung für Dritte 1,2 1,4 1,8 1,5 3,1 4,1 4,3
Vermittlung 2,1 2,9 2,1 2,9 6,4 7,7 7,5
Alle Immobiliengesellschaften 1,4 1,6 1,6 2,0 3,6 5,7 5,5
Gesamtbestand 2,6 2,9 2,6 3,4 4,9 6,8 7,7

Gesellschaften mit jüngstem Insolvenzvermerk im jeweiligen Jahr je tausend Gesellschaften, die vor Jahresbeginn gegründet wurden.

Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.

Projektentwickler im Einzelnen

Unter den Projektentwicklern ist das Risiko nach Alter und Ausstattung der Gesellschaft deutlich verteilt. Gesellschaften, die erst seit wenigen Jahren bestehen, haben ihre Projekte meist noch nicht begonnen oder bereits zu den neuen Bedingungen kalkuliert. Am stärksten betroffen sind Häuser, die vor der Wende gegründet wurden und Projekte zu alten Preisen und Zinsen begonnen haben: Gesellschaften im Alter von fünf bis neun Jahren erreichen in den zwölf Monaten bis Juni 2026 eine Quote von 13,4 ‰, solche von zehn bis neunzehn Jahren 11,0 ‰. Gesellschaften mit mehr als dreißig Jahren Bestand, die Krisen früherer Jahrzehnte überstanden haben, liegen bei 2,4 ‰.

Abbildung 4Insolvenzquote der Projektentwickler und Bauträger von Juli 2025 bis Juni 2026 nach Alter der Gesellschaft, je tausend
unter 3 Jahre 2,6 ‰ · 3 Fälle
3 bis 4 Jahre 8,6 ‰ · 15 Fälle
5 bis 9 Jahre 13,4 ‰ · 81 Fälle
10 bis 19 Jahre 11,0 ‰ · 55 Fälle
20 bis 29 Jahre 5,1 ‰ · 15 Fälle
30 bis 49 Jahre 2,4 ‰ · 8 Fälle
50 Jahre und älter 0,0 ‰ · 0 Fälle

Alle Projektentwickler: 8,2 ‰

Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.

Noch deutlicher trennt das Kapital. Projektentwickler mit genau dem gesetzlichen Mindestkapital von 25.000 Euro erreichen eine Quote von 11,1 ‰, solche mit höherem Kapital zusammen 3,5 ‰. Ein höheres Stammkapital zeigt Gesellschafter an, die bereit und in der Lage sind, Eigenkapital in die Gesellschaft zu geben, und Banken, die dies verlangt haben.

Abbildung 5Insolvenzquote der Projektentwickler und Bauträger von Juli 2025 bis Juni 2026 nach Stammkapital, je tausend
unter 25.000 € 5,5 ‰ · 801 Ges.
genau 25.000 € 11,1 ‰ · 14.135 Ges.
über 25.000 bis unter 50.000 € 2,7 ‰ · 2.300 Ges.
50.000 bis unter 100.000 € 4,0 ‰ · 3.237 Ges.
100.000 bis unter 1 Mio. € 3,0 ‰ · 1.688 Ges.
1 Mio. € und mehr 5,3 ‰ · 564 Ges.

Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.

Objektgesellschaften und Bündelung

In der Immobilienwirtschaft ist es üblich, jedes größere Objekt oder Projekt in einer eigenen Gesellschaft zu führen. Das begrenzt die Haftung auf das einzelne Vorhaben und erleichtert den späteren Verkauf. Die Spur dieser Praxis findet sich in der Leitung. 9,5 % der Vermietungsgesellschaften haben eine Leitung, in der mindestens eine Person zehn und mehr Vermietungsgesellschaften führt. Die größte Zahl in einer Hand beträgt 457. Unter Hausverwaltungen und Maklern ist eine solche Bündelung praktisch unbekannt (0,8 % und 0,1 %).

Auch die Anschrift zeigt das Muster. 9,5 % der Immobiliengesellschaften teilen ihre Geschäftsanschrift mit zwanzig und mehr anderen Gesellschaften, im Gesamtbestand sind es 5,8 %. Vertraglich an eine Muttergesellschaft gebunden sind 2,7 %; unter den Muttergesellschaften mit den meisten Verträgen stehen große Wohnungsunternehmen und die Grundstücksgesellschaften des Lebensmittelhandels.

Tabelle 4Muttergesellschaften mit den meisten vertraglich gebundenen Immobiliengesellschaften
MuttergesellschaftSitzGesellschaften, mindestens
LEG NRW GmbH Düsseldorf 12
Covivio Wohnen Verwaltungs GmbH Essen 11
Hyacinthum Immobilienentwicklung GmbH Neckarsulm 7
Investea Erste Holding GmbH Berlin 6
Bau-Verein zu Hamburg Immobilien GmbH Hamburg 6
Lagerbox Holding GmbH Frankfurt am Main 6
Kapitalpartner Holding GmbH Markdorf 6
REWE Märkte 60 GmbH Köln 6
LEG Grundstücksverwaltung GmbH Düsseldorf 5
EDEKA Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH Moers 5

Nur Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge mit eindeutig benannter Muttergesellschaft.

Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.

Regionen

Gemessen an allen Gesellschaften eines Landes ist die Immobilienwirtschaft in Brandenburg (125,5 je tausend), Sachsen (123,6) und Berlin (121,9) am stärksten vertreten. In Berlin, Brandenburg und Sachsen wurden seit der Wiedervereinigung große Bestände saniert, aufgeteilt und neu gebaut, häufig in eigens gegründeten Gesellschaften. Am geringsten ist der Anteil in Hamburg und Baden-Württemberg, deren übriger Bestand besonders groß ist.

Projektentwickler und Bauträger sind am dichtesten in Bayern (24,3 je tausend) und Sachsen (23,3) vertreten. Unter ihren Sitzorten fällt nach den großen Städten Grünwald mit 286 Gesellschaften auf, eine Gemeinde mit niedrigem Gewerbesteuerhebesatz.

Tabelle 5Immobiliengesellschaften nach Ländern
LandGesellschaftenje tausendVermietungKauf und VerkaufProjektentwicklung
Brandenburg 3.638 125,5 1.462 1.067 645
Sachsen 5.262 123,6 2.032 1.370 991
Berlin 11.112 121,9 4.508 3.565 1.479
Mecklenburg-Vorpommern 1.125 118,2 451 300 219
Rheinland-Pfalz 4.786 113,7 2.302 1.036 900
Bremen 1.158 108,9 438 324 226
Sachsen-Anhalt 1.967 102,8 830 469 370
Schleswig-Holstein 2.494 101,5 914 739 464
Bayern 19.981 99,1 7.080 4.890 4.902
Niedersachsen 9.128 98,9 3.691 2.571 1.682
Hessen 9.253 97,8 3.398 2.614 1.817
Thüringen 1.789 96,3 775 399 318
Saarland 1.023 95,2 457 230 178
Nordrhein-Westfalen 23.485 93,5 9.465 6.571 3.926
Baden-Württemberg 15.235 91,0 5.400 3.556 3.758
Hamburg 4.859 90,6 1.794 1.375 931

Je tausend Gesellschaften des jeweiligen Landes.

Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.

Einordnung

Die Zinswende hat die Immobilienwirtschaft in zwei Phasen getroffen. Zuerst blieben die Gründungen aus, weil sich neue Vorhaben zu den veränderten Bedingungen nicht mehr rechneten. Ein Jahr später stiegen die Insolvenzen, weil Vorhaben, die zu den alten Bedingungen begonnen worden waren, ihre Finanzierung verloren oder keine Käufer mehr fanden. Die ökonomische Literatur beschreibt dieses Muster als Anpassung des Bestandsmarkts an veränderte Kapitalkosten, die über die Bewertung der Objekte auf den Neubau und von dort auf die Entwickler durchschlägt.

Die Erholung seit 2024 ist eine Erholung des Haltens und Verwaltens. Vermögensverwaltende Gesellschaften und Hausverwaltungen werden wieder in großer Zahl gegründet, die Projektentwicklung bleibt deutlich unter ihrem früheren Niveau. Für Banken, Lieferanten und Dienstleister der Bauwirtschaft heißt das, dass die Insolvenzwelle unter den Entwicklern noch nicht abgeschlossen ist; für Verwalter, Sanierer und Käufer von Beständen eröffnen sich dagegen neue Gelegenheiten.

Methode und Grenzen

Datengrundlage

Grundlage ist der Bestand der hdhgroup an eingetragenen Kapitalgesellschaften mit Sitz in Deutschland zum Stichtag 23. Oktober 2026, mit 1.158.810 Gesellschaften.

Definitionen

  • Immobiliengesellschaft: eine Gesellschaft des Abschnitts Grundstücks- und Wohnungswesen der Wirtschaftszweigsystematik.
  • Segmente: nach den Klassen dieses Abschnitts: Kauf und Verkauf eigener Grundstücke, Projektentwicklung und Bauträgertätigkeit, Vermietung und Verwaltung eigener Grundstücke, Vermittlung sowie Verwaltung für Dritte.
  • Gründung: Abschluss des Gesellschaftsvertrags oder Feststellung der Satzung.
  • Insolvenzquote: Gesellschaften mit jüngstem Insolvenzvermerk im Beobachtungszeitraum je tausend Gesellschaften, die vor seinem Beginn gegründet wurden.
  • Bündelung: mindestens eine Person der Leitung führt zehn oder mehr Gesellschaften desselben Segments.

Grenzen

  • Erfasst sind Kapitalgesellschaften. Immobilien im Eigentum von Privatpersonen, Personengesellschaften, Genossenschaften und öffentlichen Unternehmen in anderer Rechtsform fehlen.
  • Gründungen und Insolvenzen sind für heute noch eingetragene Gesellschaften gezählt. Für frühere Jahre fehlen Gesellschaften, die inzwischen gelöscht sind; der Anstieg der Insolvenzen ist deshalb eher überzeichnet, der Einbruch der Gründungen eher unterzeichnet.
  • Die Einordnung in die Segmente folgt der Haupttätigkeit. Viele Gesellschaften entwickeln, halten und verkaufen zugleich.
  • Die zeitliche Zuordnung zur Zinswende ist beschreibend. Gleichzeitig stiegen Baukosten und Energiepreise, und die Förderung des Neubaus änderte sich mehrfach.

Literatur

  • DiPasquale, D. und Wheaton, W. C. (1992): The Markets for Real Estate Assets and Space: A Conceptual Framework. Journal of the American Real Estate and Urban Economics Association 20 (2), S. 181 bis 197.
  • Glaeser, E. L. (2013): A Nation of Gamblers: Real Estate Speculation and American History. American Economic Review 103 (3), S. 1 bis 42.

Zitierweise

hdhgroup (2026): Immobiliengesellschaften und die Zinswende. Gründungen, Strukturen und Insolvenzen im Grundstücks- und Wohnungswesen vor und nach dem Zinsanstieg von 2022. hdhgroup Research, Stand 23. Oktober 2026. https://hdhgroup.de/berichte/immobilien

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Den Report als PDF Druckfassung mit Titelblatt, allen Abbildungen und Tabellen sowie Methode und Zitierweise, A4, 382 KB.
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