Auf einen Blick
- Von Juli 2025 bis Juni 2026 verzeichnen wir 9.301 Insolvenzfälle unter deutschen Kapitalgesellschaften, +23,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auf tausend Gesellschaften kamen 8,6 Fälle.
- Am stärksten betroffen sind Gastgewerbe (24,2 ‰) sowie Verkehr und Lagerei (17,4 ‰). Die Quote ist dort 7-mal so hoch wie im am wenigsten betroffenen Bereich.
- Das höchste Risiko tragen Gesellschaften im Alter von 3 bis 4 Jahren (12,3 ‰). Gesellschaften im Alter von 50 Jahrenn und mehr sind mit 4,2 ‰ am wenigsten gefährdet.
- Gesellschaften ohne Prokura sind 2,9-mal so häufig betroffen wie Gesellschaften mit Prokura, allein geleitete Häuser 2,7-mal so häufig wie Häuser mit drei und mehr Personen in der Leitung.
- Konzerngebundene Gesellschaften und reine Beteiligungsgesellschaften weisen deutlich niedrigere Quoten auf, Gesellschaften an Anschriften mit hundert und mehr weiteren Gesellschaften deutlich höhere.
Fragestellung und Anlage
Insolvenzstatistiken beantworten in der Regel die Frage, wie viele Verfahren in einem Zeitraum eröffnet wurden. Für die Einschätzung eines Geschäftspartners, eines Kreditnehmers oder eines Marktes ist eine zweite Frage wichtiger: Welche Gesellschaften trifft es, gemessen an ihrem Anteil am Bestand? Eine Branche mit vielen Verfahren kann ein geringes Risiko tragen, wenn sie sehr groß ist, und eine kleine Branche ein hohes.
Dieser Report bezieht deshalb jeden Insolvenzfall auf die Gesellschaften, aus denen er hervorgeht. Er misst die Insolvenzquote als Zahl der Fälle je tausend Gesellschaften und unterscheidet nach Branche, Region, Alter der Gesellschaft, Kapitalausstattung, Rechtsform, Verfassung der Leitung und Einbindung in einen Konzern.
Beobachtungszeitraum sind die zwölf Monate von Juli 2025 bis Juni 2026. Als Bezugsgröße dienen 1.083.852 Gesellschaften, die zu Beginn des Zeitraums bereits bestanden. Verglichen wird mit den zwölf Monaten davor.
Entwicklung
Im Beobachtungszeitraum fallen 9.301 Insolvenzfälle an, gegenüber 7.533 in den zwölf Monaten davor. Die Zahl liegt damit um 23,5 Prozent höher. Die Quartalswerte steigen seit Anfang 2024 nahezu durchgehend; das 2. Quartal 2026 ist mit 2.667 Fällen das stärkste der Reihe.
Der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum ist mit einer Einschränkung zu lesen. Erfasst sind Gesellschaften, die heute noch eingetragen sind. Gesellschaften, deren Verfahren abgeschlossen und die danach gelöscht wurden, fehlen, und ihr Anteil ist für weiter zurückliegende Zeiträume größer. Der ausgewiesene Anstieg ist deshalb eine Obergrenze. Die Richtung der Entwicklung bleibt davon unberührt, ihre Stärke kann geringer sein.
Hervorgehoben ist der Beobachtungszeitraum. Gezählt nach dem Datum des jüngsten Insolvenzvermerks, nur heute noch eingetragene Gesellschaften.
Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.
Branchen
Die Insolvenzquote streut zwischen den Wirtschaftsbereichen erheblich. Gastgewerbe führen mit 24,2 ‰, gefolgt von Verkehr und Lagerei (17,4 ‰), Sonstige wirtschaftliche Dienste (14,5 ‰) und Baugewerbe (14,1 ‰). Am Ende der Reihe stehen Energieversorgung und Finanz- und Versicherungsdienste.
Die vorderen Ränge gehören Bereichen mit drei gemeinsamen Merkmalen: geringe Kapitalbindung, hohe Personalkosten im Verhältnis zum Umsatz und eine Nachfrage, die auf Preissteigerungen und Zurückhaltung der Kundschaft unmittelbar reagiert. Am unteren Ende stehen Bereiche mit hoher Kapitalbindung oder überwiegend vermögensverwaltender Tätigkeit, deren Fortbestand in geringerem Maß am laufenden Geschäft hängt.
Alle Gesellschaften: 8,6 ‰
Wirtschaftsbereiche nach den Abschnitten der NACE Rev. 2.1, ab 1.000 Gesellschaften. Hinter dem Punkt die Zahl der Fälle.
Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.
Auf der Ebene der Wirtschaftsabteilungen treten die Brennpunkte schärfer hervor. Die zwölf Abteilungen mit der höchsten Quote zeigt Tabelle 1; die Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist ausgewiesen, wo beide Werte auf mindestens dreißig Fällen beruhen.
| Wirtschaftsabteilung | Gesellschaften | Fälle | je tausend | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| 80 Wach- und Sicherheitsdienste sowie Detekteien | 3.878 | 99 | 25,5 ‰ | +62,3 % |
| 56 Gastronomie | 23.951 | 602 | 25,1 ‰ | +40,3 % |
| 78 Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften | 8.643 | 193 | 22,3 ‰ | +20,6 % |
| 55 Beherbergung | 7.139 | 149 | 20,9 ‰ | +170,9 % |
| 49 Landverkehr und Transport in Rohrfernleitungen | 16.169 | 305 | 18,9 ‰ | +28,7 % |
| 92 Spiel-, Wett- und Lotteriewesen | 3.053 | 56 | 18,3 ‰ | +43,6 % |
| 42 Tiefbau | 5.520 | 89 | 16,1 ‰ | +39,1 % |
| 41 Hochbau | 14.455 | 231 | 16,0 ‰ | +12,1 % |
| 81 Gebäudebetreuung; Garten- und Landschaftsbau | 16.595 | 253 | 15,3 ‰ | +28,4 % |
| 52 Lagerei sowie Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für den Verkeh... | 10.925 | 160 | 14,7 ‰ | +41,6 % |
| 18 Herstellung von Druckerzeugnissen; Vervielfältigung von bespielten Ton... | 3.479 | 49 | 14,1 ‰ | ±0,0 % |
| 10 Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln | 8.081 | 110 | 13,6 ‰ | +29,4 % |
Abteilungen ab 3.000 Gesellschaften.
Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.
Regionen
Unter den Ländern weist Berlin mit 10,0 ‰ die höchste Quote auf, gefolgt von Hessen (9,8 ‰) und Mecklenburg-Vorpommern (9,6 ‰). Am niedrigsten liegt sie in Hamburg (6,1 ‰) und Thüringen (6,7 ‰).
Ein Teil der regionalen Unterschiede erklärt sich aus der Zusammensetzung des Bestands. Wo der Anteil junger und gering kapitalisierter Gesellschaften hoch ist, liegt auch die Quote höher. Über die Länder beträgt die Rangkorrelation zwischen dem Anteil der Unternehmergesellschaften und der Insolvenzquote ρ = 0,45.
Deutschland insgesamt: 8,6 ‰
Hinter dem Punkt die Zahl der Fälle.
Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.
Alter der Gesellschaft
Die Organisationsforschung beschreibt zwei Muster, nach denen das Ausfallrisiko vom Alter einer Gesellschaft abhängt. Nach der These der Verwundbarkeit des Neuen ist das Risiko unmittelbar nach der Gründung am höchsten und sinkt danach stetig (Stinchcombe 1965). Nach der These der Verwundbarkeit der Jugend ist es in den ersten Jahren gering, weil Gründungskapital und Anfangszuversicht tragen, steigt dann an und fällt erst nach einigen Jahren (Brüderl und Schüssler 1990).
Die Daten folgen dem zweiten Muster. Gesellschaften unter drei Jahren haben eine Quote von 8,3 ‰. Den Höchstwert erreichen Gesellschaften im Alter von 3 bis 4 Jahren mit 12,3 ‰. Danach geht das Risiko deutlich zurück, bis auf 4,2 ‰ bei Gesellschaften im Alter von 50 Jahrenn und mehr.
Im Median ist eine Gesellschaft im Zeitpunkt des Insolvenzfalls 8,1 Jahre alt; die mittlere Hälfte liegt zwischen 4,5 und 15,9 Jahren. 12,9 % der betroffenen Gesellschaften waren jünger als drei Jahre, 18,9 % bestanden zwanzig Jahre und länger.
Alle Gesellschaften: 8,6 ‰
Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.
Gesellschaften mit bekanntem Gründungsdatum (9.174 Fälle).
Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.
Kapital und Rechtsform
Das Stammkapital trennt Gesellschaften mit hohem und geringem Risiko nur schwach. Die höchste Quote zeigt die Klasse unter 25.000 € (10,2 ‰), die niedrigste die Klasse 50.000 bis unter 100.000 € (6,4 ‰). Gesellschaften mit genau dem gesetzlichen Mindestkapital von 25.000 Euro bilden mit 604.564 Häusern die größte Gruppe.
Zwischen den Rechtsformen sind die Unterschiede mäßig. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung kommt auf 8,6 ‰, die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) auf 10,3 ‰, Aktiengesellschaften und verwandte Formen auf 9,4 ‰. Die Unternehmergesellschaft liegt damit um 19 Prozent über der Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Abstand ist kleiner, als ihr Ruf erwarten lässt, und deutlich kleiner als die Unterschiede nach dem Alter der Gesellschaft oder der Verfassung ihrer Leitung.
| Gruppe | Gesellschaften | Fälle | je tausend | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| Stammkapital unter 25.000 € | 130.316 | 1.326 | 10,2 ‰ | +44,6 % |
| Stammkapital genau 25.000 € | 604.564 | 5.578 | 9,2 ‰ | +23,5 % |
| Stammkapital über 25.000 bis unter 50.000 € | 128.067 | 849 | 6,6 ‰ | +9,5 % |
| Stammkapital 50.000 bis unter 100.000 € | 127.702 | 818 | 6,4 ‰ | +18,4 % |
| Stammkapital 100.000 bis unter 1 Mio. € | 71.135 | 601 | 8,5 ‰ | +14,7 % |
| Stammkapital 1 Mio. € und mehr | 19.004 | 126 | 6,6 ‰ | +23,5 % |
| AG, SE, KGaA | 9.978 | 94 | 9,4 ‰ | +8,0 % |
| GmbH | 880.112 | 7.566 | 8,6 ‰ | +20,7 % |
| UG (haftungsbeschränkt) | 127.417 | 1.307 | 10,3 ‰ | +43,8 % |
Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.
Leitung und Vertretung
Die deutlichsten Unterschiede zeigen sich in der Verfassung der Leitung. Allein geleitete Gesellschaften haben eine Quote von 9,4 ‰, Gesellschaften mit drei und mehr Personen in der Leitung von 3,5 ‰. Gesellschaften ohne Prokura kommen auf 8,7 ‰, Gesellschaften mit Prokura auf 3,0 ‰.
Beide Merkmale stehen für Größe und Arbeitsteilung. Eine Gesellschaft, die Prokura erteilt, hat eine zweite Führungsebene, und mit ihr in der Regel eine gewisse Größe, eine geordnete Buchführung und mehr als eine Person, die Entwicklungen bemerkt. Das Merkmal ist einfach zu erheben und trennt deutlicher als das Stammkapital.
Auch das Alter der Leitung steht in einem Zusammenhang mit dem Risiko. Ist die älteste Person der Leitung jünger als 30 Jahre, liegt die Quote bei 12,9 ‰, bei 50 bis 59 Jahren bei 7,6 ‰. Darin spiegelt sich vor allem das Alter der Gesellschaften, die junge Personen leiten.
| Gruppe | Gesellschaften | Fälle | je tausend |
|---|---|---|---|
| Leitung: eine Person | 680.955 | 6.409 | 9,4 ‰ |
| Leitung: zwei Personen | 228.888 | 960 | 4,2 ‰ |
| Leitung: drei und mehr Personen | 52.283 | 181 | 3,5 ‰ |
| Ohne Prokura | 822.370 | 7.126 | 8,7 ‰ |
| Mit Prokura | 139.756 | 424 | 3,0 ‰ |
| Älteste Person der Leitung unter 30 Jahre | 25.875 | 333 | 12,9 ‰ |
| Älteste Person der Leitung 30 bis 39 Jahre | 116.354 | 1.209 | 10,4 ‰ |
| Älteste Person der Leitung 40 bis 49 Jahre | 207.306 | 1.921 | 9,3 ‰ |
| Älteste Person der Leitung 50 bis 59 Jahre | 282.716 | 2.158 | 7,6 ‰ |
| Älteste Person der Leitung 60 bis 69 Jahre | 240.628 | 1.398 | 5,8 ‰ |
| Älteste Person der Leitung 70 und älter Jahre | 89.042 | 530 | 6,0 ‰ |
Gesellschaften mit verzeichneter Leitung und bekanntem Alter.
Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.
Konzern, Beteiligung und Anschrift
Gesellschaften, die über einen Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag in einen Konzern eingebunden sind, haben eine Quote von 5,0 ‰, gegenüber 8,7 ‰ bei allen übrigen. Die Muttergesellschaft trägt ihre Verluste und sichert ihren Fortbestand, solange sie selbst besteht. Reine Beteiligungsgesellschaften kommen auf 3,9 ‰, weil sie kein eigenes operatives Geschäft betreiben.
Ein besonderes Muster zeigt die Anschrift. Gesellschaften, die als einzige unter ihrer Geschäftsanschrift geführt werden, haben eine Quote von 8,2 ‰. Unter Anschriften mit hundert und mehr Gesellschaften steigt sie auf 11,9 ‰. Solche Anschriften gehören häufig Dienstleistern, die Geschäftsräume und Postanschriften vermieten; dort sammeln sich Gesellschaften ohne eigenen Betrieb am Sitz.
Alle Gesellschaften: 8,6 ‰
Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.
Abwicklung ohne Insolvenz
Nicht jede Gesellschaft, die ihren Betrieb einstellt, geht durch ein Insolvenzverfahren. Im Bestand befinden sich 77.569 Gesellschaften in Abwicklung, ohne dass eine Insolvenz verzeichnet ist, und 45.929 Gesellschaften mit einem Insolvenzvermerk. Das Verhältnis beider Wege ist ein Maß dafür, wie häufig Inhaber ihre Gesellschaft geordnet beenden.
In Telekommunikation und Informationstechnik kommen auf eine Insolvenz 3,2 Abwicklungen, in Finanz- und Versicherungsdienste 3,1. Am anderen Ende stehen Baugewerbe (0,9) und Verkehr und Lagerei (0,9). Wo wenig Kapital gebunden ist und Verbindlichkeiten gering sind, lässt sich eine Gesellschaft leichter geordnet schließen; wo Lieferanten, Personal und Mieten laufen, endet sie häufiger im Verfahren.
Verhältnis aus Gesellschaften in Abwicklung ohne Insolvenzvermerk und Gesellschaften mit Insolvenzvermerk im Bestand zum Stichtag.
Quelle: hdhgroup, Bestand zum Stichtag, eigene Berechnung.
Einordnung
Insolvenzen sind ungleich verteilt, und die Merkmale, an denen sich die Ungleichheit festmachen lässt, sind öffentlich sichtbar. Branche, Alter der Gesellschaft, die Verfassung der Leitung und die Einbindung in einen Konzern trennen Gesellschaften mit hohem und geringem Risiko deutlich. Das Stammkapital und die Rechtsform trennen sie weit weniger, obwohl gerade sie in der Praxis häufig zur Einschätzung herangezogen werden.
Für Kreditversicherer, Factoringgesellschaften und Lieferanten folgt daraus, dass eine erste Einstufung von Geschäftspartnern ohne Bilanzeinsicht möglich ist. Für Verwerter, Auktionshäuser und Erwerber notleidender Gesellschaften zeigen die Zahlen, wo sich Gelegenheiten bündeln. Und für Beraterinnen und Berater, die Sanierungen begleiten, beschreiben sie die Gruppe, in der der Bedarf entsteht, bevor ein Verfahren eröffnet ist.
Methode und Grenzen
Datengrundlage
Grundlage ist der Bestand der hdhgroup an eingetragenen Kapitalgesellschaften mit Sitz in Deutschland, zum Stichtag 23. Oktober 2026. Bezugsgröße sind 1.083.852 Gesellschaften, die vor Beginn des Beobachtungszeitraums gegründet wurden oder deren Gründungsdatum nicht bekannt ist.
Definitionen
- Insolvenzfall: eine Gesellschaft, deren jüngster Insolvenzvermerk in den Beobachtungszeitraum fällt. Das ist in der Regel die Eröffnung des Verfahrens, kann aber auch die Abweisung mangels Masse oder ein späterer Verfahrensschritt sein. Jede Gesellschaft zählt höchstens einmal.
- Insolvenzquote: Insolvenzfälle im Beobachtungszeitraum je tausend Gesellschaften der jeweiligen Gruppe.
- Beobachtungszeitraum: 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026; Vergleichszeitraum 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025.
- Alter der Gesellschaft: Zeit seit Abschluss des Gesellschaftsvertrags oder Feststellung der Satzung.
- Abwicklung ohne Insolvenz: Gesellschaft in Liquidation, für die kein Insolvenzvermerk vorliegt.
Grenzen
- Erfasst sind heute noch eingetragene Gesellschaften. Fälle, deren Gesellschaften bereits gelöscht sind, fehlen. Für den Beobachtungszeitraum ist dieser Effekt gering, für den Vergleichszeitraum größer. Die ausgewiesene Veränderung ist deshalb eine Obergrenze.
- Die Zuordnung eines Falls zu einem Monat folgt dem jüngsten Insolvenzvermerk. Folgt auf die Eröffnung innerhalb des Zeitraums ein weiterer Verfahrensschritt, zählt der Fall einmal, zum späteren Datum.
- Die Merkmale der Gesellschaften beschreiben ihren Stand zum Stichtag. Für Leitung und Prokura kann er sich im Verlauf des Verfahrens bereits verändert haben.
- Zusammenhänge zwischen Merkmalen und Quote sind beschreibend. Mehrere Merkmale hängen miteinander zusammen, etwa das Alter einer Gesellschaft, ihre Rechtsform und ihr Kapital; ein einzelner Unterschied ist nicht als ursächliche Wirkung eines einzelnen Merkmals zu lesen.
Literatur
- Brüderl, J. und Schüssler, R. (1990): Organizational Mortality: The Liabilities of Newness and Adolescence. Administrative Science Quarterly 35 (3), S. 530 bis 547.
- Stinchcombe, A. L. (1965): Social Structure and Organizations. In: March, J. G. (Hrsg.): Handbook of Organizations. Chicago, S. 142 bis 193.
Zitierweise
hdhgroup (2026): Insolvenz und Abwicklung deutscher Gesellschaften. Insolvenzfälle der vergangenen zwölf Monate nach Branche, Region, Alter, Kapital, Rechtsform und Leitung. hdhgroup Research, Stand 23. Oktober 2026. https://hdhgroup.de/berichte/insolvenzen
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