In 104.338 deutschen Kapitalgesellschaften hat auch die jüngste Person der Geschäftsführung das 65. Lebensjahr erreicht. In 93,4 % dieser Gesellschaften, zusammen 97.481, steht im eigenen Haus niemand bereit, der die Leitung übernehmen könnte. Das ergibt eine Auswertung von hdhgroup Research auf dem Bestand von 988.031 Kapitalgesellschaften mit bekannter Leitung.
Die betroffenen Gesellschaften machen 10,6 % des Bestands aus. In 49.274 von ihnen ist die gesamte Leitung sogar 70 Jahre oder älter. Für jede dieser Gesellschaften wurde geprüft, ob eine deutlich jüngere Führungskraft mit Prokura oder eine nächste Generation gleichen Familiennamens in Leitung oder Prokura vertreten ist. Eine solche Person findet sich nur in 6,6 % der Fälle.
Auffällig ist die schwache zweite Führungsebene. Nur 12,5 % der Gesellschaften mit einer Leitung ab 65 haben überhaupt eine Prokura erteilt, gegenüber 14,2 % bei Gesellschaften mit jüngerer Leitung. 91,0 % von ihnen werden von einer einzigen Person geführt. Die offene Nachfolge sammelt sich damit in allein geführten Häusern, in denen häufig noch die gründende Generation im Amt ist.
Große Unterschiede zwischen den Ländern
Den höchsten Anteil älterer Leitungen weist Saarland mit 13,1 % auf, gefolgt von Baden-Württemberg mit 11,7 %. Am niedrigsten ist er in Berlin mit 8,2 %. Die Unterschiede spiegeln vor allem die Erneuerung des Bestands: Wo in den vergangenen Jahren viele Gesellschaften gegründet wurden, ist die Leitung im Mittel jünger.
Für die betroffenen Gesellschaften wird die Übergabe, wenn sie gelingen soll, überwiegend von außen kommen müssen: durch Verkauf an einen Wettbewerber, an eine Beteiligungsgesellschaft oder an eine Person, die ein bestehendes Unternehmen übernehmen möchte. Für Berater, Banken und Käufer ist die Gruppe damit groß und genau umrissen.
Methode
Gezählt sind Kapitalgesellschaften im Geschäftsbetrieb, deren gesamte Leitung zum Stichtag 23. Oktober 2026 das 65. Lebensjahr erreicht hat. Eine Nachfolge, die bereits vereinbart ist, ohne sich in Leitung oder Prokura zu zeigen, bleibt unerkannt; der Anteil ohne erkennbare Nachfolge ist deshalb eine Obergrenze.
Zum Report
Die Meldung beruht auf dem Report „Die Generationenfrage im deutschen Mittelstand“ von hdhgroup Research. Er enthält alle Abbildungen und Tabellen, die Abgrenzung der Grundgesamtheit und einen Abschnitt zu Methode und Grenzen: Die Generationenfrage im deutschen Mittelstand, auch als PDF.
Über hdhgroup Research. hdhgroup Research untersucht die Verfassung deutscher Kapitalgesellschaften auf der Grundlage des vollständigen eigenen Bestands von mehr als einer Million Gesellschaften. Die Ergebnisse dürfen mit Angabe der Quelle frei verwendet werden.
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