Meldung · Konzerne

Konzernbindung bleibt nah: Fast zwei Drittel der Töchter sitzen am Ort ihrer Muttergesellschaft

Rund 30.000 deutsche Kapitalgesellschaften sind über einen Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag gebunden. Die typische Konstellation ist der mittelständische Verbund mit einer einzigen Tochter.

Von der Redaktion HDH Group Research ·

64,6 %: der vertraglich gebundenen Töchter sitzen am selben Ort wie ihre Muttergesellschaft
Quelle: HDH Group Research, Konzernbindung und Beteiligungsstrukturen, Stand 23. Oktober 2026.

30.003 deutsche Kapitalgesellschaften sind über einen Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag an eine Muttergesellschaft gebunden. Die Bindung bleibt meist in der Nähe: 64,5 % der Töchter, deren Mutter selbst eine deutsche Kapitalgesellschaft ist, haben ihren Sitz am selben Ort wie diese, 79,2 % im selben Land. Das ergibt eine Auswertung von HDH Group Research.

Vertragliche Konzernbindung ist damit vor allem eine Erscheinung des Mittelstands. Die 7.548 Verträge mit eindeutig benannter Muttergesellschaft verteilen sich auf 5.264 Muttergesellschaften; 79,7 % von ihnen binden genau eine Tochter. Typisch ist der Verbund, in dem ein Unternehmen Vertrieb, Immobilien oder einen Standort in eine eigene Gesellschaft ausgliedert.

Konzerntöchter sind anders verfasst

Gebundene Gesellschaften sind arbeitsteiliger organisiert als unabhängige. 52,5 % von ihnen haben eine Prokura, gegenüber 14,8 % der übrigen; 59,8 % haben eine Leitung aus mehreren Personen (30,2 %). Ein Stammkapital von 100.000 Euro und mehr haben 31,6 % der Töchter, aber nur 8,2 % der unabhängigen Gesellschaften.

Am dichtesten verflochten ist die Energieversorgung mit 96,4 gebundenen Gesellschaften je tausend, wo Versorger einzelne Anlagen und Netze in eigene Gesellschaften ausgliedern. Neben der vertraglichen Bindung steht die über Anteile: 186.343 Gesellschaften, 16,1 % des Bestands, haben das Halten von Beteiligungen zum Gegenstand.

Die Zahl der Verträge steigt seit Jahren. Im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 wurden 616 Verträge mit verzeichnetem Datum je Jahr geschlossen, im Jahr 2010 waren es 181.

Methode

Erfasst sind verzeichnete Beherrschungs-, Gewinnabführungs- und Ergebnisabführungsverträge deutscher Kapitalgesellschaften zum Stichtag 23. Oktober 2026. Konzerne, die allein über Mehrheitsbeteiligungen geführt werden, sind nicht enthalten; die Zahlen beschreiben deshalb eine Untergrenze der Verflechtung.

Zum Report

Die Meldung beruht auf dem Report „Konzernbindung und Beteiligungsstrukturen“ von HDH Group Research. Er enthält alle Abbildungen und Tabellen, die Abgrenzung der Grundgesamtheit und einen Abschnitt zu Methode und Grenzen: Konzernbindung und Beteiligungsstrukturen, auch als PDF.

Über HDH Group Research. HDH Group Research untersucht die Verfassung deutscher Kapitalgesellschaften auf der Grundlage des vollständigen eigenen Bestands von mehr als einer Million Gesellschaften. Die Ergebnisse dürfen mit Angabe der Quelle frei verwendet werden.

Presseanfragen und Auswertungen nach eigener Abgrenzung: info@hdhgroup.de, +43 664 2053061. Zur Redaktion